Der Begriff „Gott“ entzieht sich bis heute einer eindeutigen und allgemein anerkannten Definition. Dennoch existieren zahlreiche Versuche, diesem Konzept ein begreifliches Modell zuzuordnen. Eines davon besteht in der Vorstellung eines allwissenden Computers, dem aufgrund seiner Omniszienz langweilig geworden ist. Um diese Langeweile zu überwinden, erschafft er aus seinen unendlich nummerierten Schaltelementen eine Vielzahl von Teilchen, die in den Raum verteilt werden. Darüber hinaus behauptet Erik von Däniken, dass laut historischer Literatur außerirdisches Leben existiere und die Erde bereits durch Außerirdische beobachtet werde.
Fehlinterpretationen göttlicher Erscheinungen in der Geschichte
In der Menschheitsgeschichte traten immer wieder Fälle auf, in denen technologisch überlegene Kulturen von der jeweils unterlegenen Kultur als „Götter“ angesehen wurden. So hielten etwa indigene Völker Amerikas die europäischen Eroberer, wie Christoph Kolumbus im Jahr 1492 und später Hernán Cortés sowie Francisco Pizarro, zunächst für himmlische Wesen. Cortés berichtet beispielsweise von seiner Ankunft in Mexiko, wo der aztekische Herrscher Moctezuma ihn wegen seiner fortschrittlichen Technologie, etwa der Kanonen, zunächst für eine göttliche Gestalt hielt.
Ein ähnliches Missverständnis ereignete sich bei der Entdeckung Hawaiis durch James Cook. Dort glaubten die Einheimischen zunächst, er sei der ersehnte zurückkehrende Sohn eines Gottes. Solche Ereignisse zeigen, dass technologischer Fortschritt oft zu Vergöttlichungen führte. Gleichzeitig bestand meist bereits eine kulturell verankerte Erwartung der Rückkehr von Göttern oder höheren Wesen, wodurch die fremdartigen Neuankömmlinge vorschnell in diese übernatürliche Rolle versetzt wurden.
Cargo-Kulte und religiöse Überlieferungen
Ein moderneres Beispiel dieser Dynamik sind sogenannte Cargo-Kulte, die sich etwa während des Zweiten Weltkriegs im Pazifikraum bildeten. Die Bewohner verschiedener Inseln beobachteten amerikanische Soldaten, die Güter („Cargo“) mit Flugzeugen auf improvisierte Landebahnen brachten. Im Bestreben, dieselben Güter zu erhalten, begannen die Eingeborenen, Flugzeuge und Landebahnen aus natürlichen Materialien nachzubauen. Sie imitierten zwar äußerlich die Objekte, verstanden aber deren technologische Funktionsweise nicht, was später symbolartig tradiert wurde.
Vergleichsweise entstanden im Christentum über Jahrhunderte hinweg künstlerische Darstellungen auf Grundlage von Überlieferungen – nicht aufgrund unmittelbarer zeitgenössischer Zeugnisse. Beispielsweise malte Leonardo da Vinci das Abendmahl nicht als Augenzeuge, und Johann Sebastian Bach komponierte bedeutende religiöse Werke, ohne Jesu Wirken je persönlich beobachtet zu haben. Solche Überlieferungen prägen sich kulturell ein und führen zu künstlerischen und symbolischen Nachbildungen, die die ursprünglichen Begebenheiten nur reflektieren, aber nicht exakt abbilden.
Hinweise auf außerirdische Technologie in antiken Kulturen?
In verschiedenen archäologischen Funden, vor allem aus Mittelamerika, sieht Däniken Hinweise auf missverstandene außerirdische Technologie, die möglicherweise Vorfahren beobachtet haben könnten. Beispielsweise zeigt eine Skulptur aus Guatemala eine Figur mit einem ungewöhnlichen Helm sowie Schläuchen und Kästen, die eher technologische als religiöse Eigenschaften suggerieren. Eine andere Darstellung, aus Copán, weist eine Figur auf, welche sichtlich an mechanischen Bedienelementen hantiert. Trotz Erklärungen der Archäologen, die in diesen Darstellungen eine symbolische oder religiöse Funktion sehen, vermutet Däniken hier missinterpretierte Technologie, möglicherweise außerirdischen Ursprungs.
Generell verweisen zahlreiche antike Abbildungen auf scheinbar anachronistische mechanische Elemente, Zahnräder oder Helme mit Atemgeräten, die sich nicht plausibel aus zeitgenössischen Gegenständen erklären lassen. Obwohl archäologische Fachleute diese als symbolhaft oder rituell interpretieren, wirft dies Fragen auf, ob diese Darstellungen ursprünglich reale technische Geräte repräsentierten, die erst in späteren Generationen mythologisiert oder religiös uminterpretiert wurden.
Diese Hinweise dienen Erik von Dänikens Argumentation, nach der die frühere Menschheit Kontakt zu außerirdischen Besuchern hatte, die als Götter missinterpretiert und in historischen Überlieferungen und Abbildungen verewigt wurden. Die kontemporäre Verehrung einiger dieser Figuren und damit verbundene rituelle Praktiken zeugen seiner Ansicht nach von einem Prozess, der technische Beobachtungen über Generationen in religiös-mythologische Vorstellungen verwandelte.