Die Entdeckung eines außergewöhnlich schnellen Sterns im Universum hat der wissenschaftlichen Gemeinschaft ein neues Rätsel beschert. Der Stern, der den Namen CWISE J1249+3621 trägt, bewegt sich mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit von 1,6 Millionen km/h durch die Milchstraße. Bisher ist unklar, woher dieser Stern stammt und was ihm diesen enormen Geschwindigkeitsschub verliehen hat. Der Stern befindet sich in einer Entfernung von etwa 400 Lichtjahren und ist damit der erdnächste bekannte Hyperschnelläufer. Trotz seiner Nähe bricht der Stern mit einem Tempo von 524 km/s aus gewohnten astronomischen Geschwindigkeitsmustern aus, was darauf hindeutet, dass er möglicherweise die Milchstraße ganz verlassen könnte.
Hyperschnelläufer und ihre Anomalien
Hyperschnelläufer sind besonders schnelle Sterne, die mit Geschwindigkeiten von 300 bis 1000 km/s aus der Anziehungskraft ihrer Heimatgalaxie entkommen könnten. Sie werden häufig als blaue Riesen, Doppelsterne oder Supernova-Überreste klassifiziert. Etwa 30 % dieser schnellen Himmelskörper könnten extragalaktischen Ursprungs sein. CWISE J1249+3621 ist ein ungewöhnlich kleiner Stern mit nur 0,083 Sonnenmassen, was auf ein Objekt an der Grenze zwischen einem leuchtarmen Unterzwerg und einem Braunen Zwerg hindeutet. Die Analyse des Sterns zeigt auch einen extrem niedrigen Metallgehalt, was auf ein sehr hohes Alter hinweist, eventuell sogar aus der ersten Sterngeneration der Milchstraße.
Mögliche Szenarien für die hohe Geschwindigkeit
Es gibt mehrere Theorien über die Ursachen für die außergewöhnliche Geschwindigkeit von Hyperschnelläufern. Eine Möglichkeit ist, dass der Stern einst Teil eines Doppelsystems war und nach einer Supernova-Explosion mit zusätzlicher Geschwindigkeit weggeschleudert wurde. Eine andere Theorie besagt, dass solche Sterne aus dicht besiedelten Kugelsternhaufen herauskatapultiert werden können, wenn sie zu nahe an einem Paar von schwarzen Löchern vorbeiziehen. Keine dieser Hypothesen konnte bisher definitiv verifiziert werden, da es keinen bekannten Kugelsternhaufen auf der Flugbahn von CWISE J1249+3621 gibt.
Extreme Fälle und zukünftige Ermittlungen
Ein anderes bemerkenswert schnelles Objekt, der Stern S4711, bewegt sich mit bis zu 24.000 km/s um das supermassereiche schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße, was etwa 8% der Lichtgeschwindigkeit entspricht. Diese Geschwindigkeiten sind dermaßen extrem, dass theoretische Modelle wie das von „Squeezars“ in Betracht gezogen werden, die sterne bezeichnen, die durch Gezeitenkräfte eines Schwarzen Loches aufgeheizt werden. S4711 erreicht Temperaturen von etwa 10.000 Kelvin, was auf ein außergewöhnliches Phänomen hindeutet. Die Untersuchung solcher Sterne erfordert umfassende physikalische und chemische Analysen, um mehr über ihre Herkunft und die Mechanismen, die ihnen solche Geschwindigkeiten verleihen, zu verstehen. Zukünftige Forschungen werden entscheidend sein, um die chemischen Signaturen zu identifizieren, die Aufschluss über die Geschichte dieser schnellen Sterne geben könnten.