Gary McKinnon (Alias „Solo“) führte zwischen Februar 2001 und März 2002 eine Reihe von unerlaubten Zugriffen auf Netzwerke und Server der US-Regierung durch. Als Ziele werden unter anderem die NASA, das Pentagon sowie Rechner der US Army, US Air Force, US Navy und des US-Verteidigungsministeriums genannt. Aus diesen Zugriffen berichtet McKinnon über den Auffund von Bilddateien, Dokumenten und Tabellen, die angeblich Informationen zu außerirdischen Fahrzeugen, zu sogenannten „nicht-terrestrischen Offizieren“ und zu einer organisatorischen Infrastruktur im Erdorbit enthalten sollen.
Neben den technischen Angaben zu den Zugriffen finden sich in den Berichten konkrete Beschreibungen einzelner Dateien und Bildinhalte sowie Hinweise auf eine hierarchisch geordnete Ablage (gefiltert/ungefiltert, verarbeitet/unverarbeitet). Es wird angegeben, dass ein Verzeichnis im Johnson Space Center (als Gebäude 8 bezeichnet) hochauflösende Satellitenaufnahmen von Objekten enthalten habe. Eine beschriebene Aufnahme soll ein silbrig-zigarrenförmiges Objekt mit geodätischen Kugeln an beiden Enden gezeigt haben, ohne sichtbare Nähte oder Nieten; das Bild sei offenbar von einem Satelliten aus aufgenommen worden. Durch Verbindungsabbrüche beim Download über ein 56k-Modem gingen die betreffenden Dateien nach Aussage McKinnons verloren.
Inhalte der vorgefundenen Datensätze
In den geschilderten Datensätzen sollen sich nach McKinnons Angaben nicht nur Bilddateien, sondern auch Excel-Tabellen mit Listen und Namen befunden haben. Eine der Tabellen trug demnach den Titel „nicht terrestrische Offiziere“ und enthielt demnach Namen und Dienstgrade, die in öffentlichen Registern nicht auffindbar sind. Ebenso werden Einträge zu Schiff-zu-Schiff-Transfers und Materialtransfers genannt, was als Hinweis auf eine funktionierende Logistik- und Versorgungsinfrastruktur im Weltraum interpretiert wird.
Weiterhin wird ausgeführt, dass in den Dateien Bezeichnungen von Raumfahrzeugen mit dem Präfix „USSS“ (United States Spaceship) auftauchten, eine Bezeichnung, die nach Aussage der Quelle nicht in offiziellen Flottenlisten der US Navy zu finden sei. Als namentlich genannte Beispiele werden die Bezeichnungen USSS Hillenkötter und USSS Limi angeführt; erstere Bezeichnung wird im Bericht mit Rosco Hillenkötter (als erster Direktor der CIA bezeichnet) in Verbindung gebracht, letztere mit einer Person, die als General Curtis Lim May benannt wird. Gleichzeitig räumt die Quelle ein, dass die aufgefundenen Dateien auch Teil eines Simulations- oder Übungsszenarios sein könnten.
Dokumente, Majestic 12 und externe Analysen
In den beschriebenen Zusammenhängen werden auch die so genannten Majestic-12 (MJ12)-Dokumente thematisiert. Auf der Website des FBI finden sich demnach MJ12-bezogene Akten, die intern mehrfach als „Bogus“ (Fälschung) bezeichnet werden. Gleichzeitig wird berichtet, dass ein Forscher Übereinstimmungen zwischen Dokumentations-Kontrollnummern (zum Beispiel 834021) in authentifizierten CIA-Archiven und bestimmten MJ12-Materialien gesehen haben will; dieser Forscher interpretiert dies als Argument für die Authentizität der MJ12-Materialien.
Weitere Erwähnung finden Recherchen und Berichte Dritter: So wird auf Medienberichte und auf die Behauptung verwiesen, dass geheime UFO-Videos auf einem militärischen SPR-Server liegen sollen, sowie auf Aussagen einzelner Forscher und ehemaliger Staatsbediensteter, die McKinnons Angaben näher kommen oder sie stützen möchten. Gleichwohl wird auch festgehalten, dass eindeutige, allgemein akzeptierte Beweise bislang fehlen und die Möglichkeit bleibt, dass Teile des Materials simulativ oder anderweitig erklärbar sind.
Rechtliche Folgen und staatliche Reaktionen
Die Reaktion der US-Regierung führte zu umfassenden rechtlichen Schritten. McKinnon wurde 2002 von der britischen National High Tech Crime Unit festgenommen; sein Computer wurde beschlagnahmt, die Festplatte an die USA überstellt. Im November 2002 stellte das US-Justizministerium einen Auslieferungsantrag an die britische Regierung. Ein Haftbefehl folgte 2004; im Juni 2005 wurde McKinnon von Scotland Yard festgenommen und später gegen Kaution wieder freigelassen. Er legte am 3. April 2007 Einspruch gegen die Auslieferung ein; weitere gerichtliche Schritte, unter anderem vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, blieben erfolglos.
In der öffentlichen und politischen Auseinandersetzung wurde auf die gesundheitliche Situation McKinnons verwiesen: Er habe das Asperger-Syndrom und leide an einer depressiven Erkrankung; eine Asperger-Diagnose wird im Bericht für 2009 genannt. Nach jahrelangem Rechtsstreit und politischem Druck entschieden britische Behörden schließlich 2012, eine Auslieferung aufgrund des hohen Risikos für sein Leben im Zusammenhang mit seiner Erkrankung nicht durchzusetzen. In den gegen ihn erhobenen Vorwürfen wurde von einem Zugriff auf 97 Computer der US-Streitkräfte und der NASA sowie von einer möglichen Strafandrohung in Form von bis zu 70 Jahren Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe in Millionenhöhe berichtet.